Gardasee – Poesie zu Ostern

Was macht der Segler zu Ostern. Eier verstecken ist auf dem Wasser bekanntlich recht schwierig. Von daher ist es sicher eine gute Idee, die Jugend in den Osterferien mit einem intensiven Training auf die Saison vorzubereiten. Und so fährt der brandenburgische Jugend-Kader auch jedes Jahr aufs Neue in den Süden. Aber was ist denn eigentlich mit den älteren Seglern?

Tja, die tun das Gleiche! Denn was für die Jugend gut ist, kann für die älteren Semester ja grundsätzlich nicht verkehrt sein. Und schließlich sind einige von uns früher (so vor 20-40 Jahren) ja auch jedes Jahr an den Gardasee gefahren. Allein das Wort GARDASEE weckt viele Kindheitserinnerungen. Und seitdem ist die Erinnerung an Angleichen, Fahrtechnik, gutes Essen und einfach geiles Segeln fest mit diesem Namen verbunden – G A R D A S E E. 

Sicher sind die Wellen anderswo höher und in rund 40 Jahren Seglerleben hat man auf anderen Gewässern auch schon schwerere Stürme als eine ausgeprägte Ora abgewettert. Aber kein anderes Revier hat diese Aura. Deshalb gehört hier das Ostertraining genauso fest in den Segelkalender wie der Besuch der Kieler Woche oder die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.

Also machten sich nach absolvierten Familien-Pflichtprogramm neun Contender-Segler aus Potsdam (SVPA & PSV) am Ostersonntag auf den langen Weg in den Süden, um sich dort mit zwanzig anderen Contis aus drei Nationen (ITA, AUT, GER) zu treffen. Am Montag empfing uns der See dann so, wie man es von ihm erwartet. Sonne satt und schöne Thermik. Perfekte Bedingungen! Dienstag dann leider das komplette Gegenteil - Wolken, Regen, null Wind. Danach wurde das Wetter zum Glück wieder kontinuierlich besser. Und am Ende hatten wir alle gemeinsam eine wunderbare Woche, die alles geboten hat. Von Schwachwindtraining bis Hack war alles mit dabei.

Mir persönlich hat gerade dieser letzte Starkwindtag den größten Spaß gemacht. Ganz unten im Trapez, das Großsegel einen Tick offen und dann mit Vollgas auf das Westufer zu – herrlich! Der Welt ein wenig entrückt genieße ich, wie der Bug über die Wellen gleitet. Die Wellen reflektieren die Sonnenstrahlen. Die Hände arbeiten selbstständig – Schot und Ruder werden wie von selbst bedient. Der Kopf ist vollkommen frei. So schießt die kleine Flotte auf die senkrecht aufragende Wand zu. Die Boote in Lee, der eigene Bug über den Wellen, Das Wechselspiel von Licht und Schatten – Segeln in seiner reinsten Form! Die Welt scheint vollkommen im Gleichgewicht. Die Seele jubelt während die Finger die Schot fest umfassen. Der Körper reagiert auf den Ruderdruck – verlagert das Gewicht vor und zurück, um so leicht wie möglich weiter nach vorn zu streben. Genuss pur!

Segeln ist einfach die schönste Nebensache der Welt!

Andreas (GER 11)