Ammersee-Classics 2019

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Mal ein ganz anderes Segelrevier hatte Norbert in diesem Jahr auf seinem Regatta-Zettel:

Mit seiner EOS, einem skandinavischen 15er Schärenkreuzer aus dem Jahr 1934, wollte er am alljährlichen Traditionsklassenmeeting auf dem Ammersee in Bayern teilnehmen. Weil der Ammersee nun nicht gerade um die Ecke von unserem Templiner See aus zu erreichen ist, erforderte dieses Vorhaben erhebliche logistische Vorbereitungen und Aufwendungen.

Neun Stunden brauchte er dann auch für die Strecke von 600km, um das Boot auf dem Landweg an den Ammersee zu überführen. Für alle Eventualitäten hatte er einen entsprechenden Zeitpuffer eingeplant und traf somit bereits drei Tage vor dem Regattatermin ein.

Rüdiger konnte seine Teilnahme als Vorschoter terminlich nahezu optimal mit der Urlaubsrückreise aus Österreich kommend sehr gut verbinden. Am Donnerstag vor dem Regattatermin konnten wir dann das Boot gemeinsam startklar machen und auch noch einige Trainingsschläge bei leider sehr lauem Wind absolvieren. Bereits seit 1995 findet auf dem Ammersee speziell für klassische Holzjollen und – yachten eine Serie von 4 Klassiker-Regatten über die Segelsaison verteilt statt. Den Anfang macht alljährlich das „Traditionsklassenmeeting“, organisiert vom Verein „Bayerische Seglervereinigung“. Dieser Verein ist durchaus etwas speziell, verfügt er doch über kein Vereinsgelände, sondern lediglich über den denkmalgeschützten, stillgelegten Ausflugsdampfer „Andechs“ aus dem Jahr 1907. Dieses festliegende Schiff dient dem Verein als Vereinsheim und war während der Regatta wegen dem erheblichen Hochwasser im Ammersee nur mit nassen Füssen zu erreichen, weil der zum Schiff führende Steg erheblich unter Wasser stand.

Am ersten Regattatag fanden drei Wettfahrten statt, von denen lediglich die letzte am späten Nachmittag einen sportlichen Segelwind aufweisen konnte. Die vierte Wettfahrt am Sonntagvormittag konnten wir dann noch bei leichtem Wind (2–3 Bft.) absolvieren.

In der Gesamtwertung konnten wir uns aber immerhin auf einen 7. Platz behaupten. Wenn wir auch nicht die Schnellsten waren, so waren wir aber immerhin die am weitesten angereisten Teilnehmer bei dieser Regatta und durch unsere Anzugsordnung mit Melone aus den 30er Jahren auf dem Kopf der Hingucker schlechthin. Auch wenn einige der einheimischen Bayern, Potsdam weit im Norden nahe der russischen Grenze oder in Mecklenburg verorteten, wurden wir dennoch sehr herzlich begrüßt und aufgenommen. Deshalb war es naheliegend, dass wir am 29./30.06.19 nochmals auf diesem Revier am sogenannten „Holzpokal“ teilnehmen werden und die EOS bis dahin am Ammersee zurück gelassen haben. Damit wir uns bezüglich der Platzierung dann hoffentlich noch ein wenig steigern können, hat Norbert bereits  angekündigt, dass wir die EOS bis dahin noch mit einem Spinnacker aufrüsten werden. Wir werden  sehen, ob sich die „Preussen“ auf diesem bayerischen Revier noch ein wenig steigern können.

R.S.