Havelklassik Berlin 2021: SVPA mit stilvollem Auftritt und Podiumsplatz

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Am 26.Juni fand die traditionelle Langstreckenregatta für „Klassik-Boote“ auf der Berliner Unter-Havel statt, die im Jahr zuvor Corona bedingt ausgefallen war (Link). Drei Boote mit respektablen Baujahren aus dem SVPA hatten gemeldet:

-  der 20er Jollenkreuzer von Marc Rabien mit Jörn Puschendorf am Steuer und Hans-Peter Jakubowski und Marc an den Schoten,

-  unsere „Vereins-Prinzessin“ zeta von Spant (10qm Wanderjolle, Baujahr 1956) mit unseren Jugendmitgliedern Milan Schröder und Jan Terstegen, die mit Baumwollsegel und Gaffeltakelung den Klassik-Gedanken perfekt repräsentierte,

-  sowie der Pirat von Wolfgang Schreck (Baujahr 1966) mit der Besatzung Jürgen Bruder und Jörg Huss. An dieser Stelle ein großer Dank an Wolfgang, der sein Boot den beiden Regattahasen zur Verfügung stellte und vorab eine Einweisung in die kleinen technischen Finessen der „Husch“ gab.

Nachdem am Freitagabend die Boote vorbereitet worden waren, ging es am Samstag früh um 7.30 Uhr im Schlepp von „Bolle“ Richtung Scharfe Lanke nach Spandau zum Ausrichter der Regatta, dem Akademischen Segelverein (ASV). Der Schlepper machte schon bei Ankunft gut zwei Stunden später Eindruck, wurde von einigen nach Ankersetzen als Startschiff fehlinterpretiert. Da aus Hygienegründen ein Anlegen beim ASV nicht erlaubt war, erwies sich „Bolle“ als idealer Stützpunkt für die SVPA-Boote zum Auf- und Abtakeln und als „Ruhebasis“ vor und nach der anstrengenden Regatta. Ein großes Dankeschön an Norbert Seidel und Rüdiger Seyboth, die als Schlepperbesatzung ihren Beitrag zum positiven Auftritt des SVPA in Berlin leisteten.

Gut 40 Boote fanden sich an der Startlinie ein, vor allem schön anzusehende Langkieler aller Größen, mit und ohne Besan, Jollenkreuzer und einige Jollen. Wie vorhergesagt waren die Windverhältnisse alles andere als ideal, von totaler Flaute bis zu leichtem Wind aus allen Richtungen, dabei pralle Sonne bei über 30°C. 

Nach Startverschiebung ging es mit schwacher Brise und halbem Wind los Richtung Glienicker Brücke, wobei bei den Windverhältnissen die Wendetonne „irgendwo“ vorher zu vermuten war. Die Wendetonne lag dann auch nach ca. 9 km gegenüber der Pfaueninsel direkt vor dem Vereinsgelände des Segelclubs Oberspree. Die Siegeryacht (6 m Langkieler) brauchte dreieinhalb Stunden bis ins Ziel, das letzte Boot (12‘ Dinghy) ging nach fast 7 h über die Linie, rund 10 Boote hatten aufgegeben. Die Flautenlöcher (wo wirklich nichts mehr vorwärts ging), die drehenden Winde (wenn es mal wehte), die Hitze und vor allem die Wellen der vielen Motorboote, die zarte Geschwindigkeiten wieder zunichtemachten, verlangten den Teilnehmern viel an Ausdauer und Nerven ab. Allen Besatzungen, die unter diesen Bedingungen das Ziel erreicht haben, gebührt Anerkennung und Respekt, auch unseren Crews vom Jollenkreuzer und der z-Jolle.

Dem SVPA-Piraten als zweitkleinstes Schiff am Start gelang ein Coup. Hier ein paar subjektive Eindrücke aus dem Regattaverlauf. Bis zur Hälfte der Hinstrecke am Breite Horn hielten wir uns im Vorderfeld der ersten 10 -15 Boote. Flaute der Wind ab, zogen wir in Luv an den Dickschiffen langsam vorbei, kam kurzzeitig Wind auf, rauschten sie von hinten heran. Jörg setzte x-mal Spinnacker und holte ihn oft nach kurzer Zeit wieder ein, ein Vorteil für uns gegenüber den Langkielern, die so schnell nicht auf die sich ändernden Windverhältnisse reagieren konnten. Ab Breite Horn hielten wir uns als zunächst einziges Boot konsequent am Kladower Ufer, während ein Großteil des Feldes mitten auf der breiten Havel gegenüber Schwanenwerder in einem Flautenloch „einparkte“. Auf Höhe Wannsee schauten sich Jürgen und Jörg verdutzt an: Kann es wirklich sein, dass wir das erste Boot vom gesamten Feld sind?? An der Wendetonne inmitten von 5 Dickschiffen waren wir Dritter. Auf der Rückstrecke wurden nun auch wir etwas vom Pech verfolgt: zwei Flautenlöcher galt es durchzustehen. Das Ziel überquerten wir nach 4 ½ h dann als sechstes Boot, vor uns nur Langkieler wie 6 m und 5,5 m Yachten. Nach berechneter Zeit erreichten wir einen 3.Platz. Sicher ein Novum in der Geschichte der Havel-Klassik, dass ein Pirat so weit vorne landet.

Der Schlepp zurück wurde dann mit viel Gehupe und Beifall von den Gastgebern verabschiedet. Mit gelegten Masten waren wir sofort als Potsdamer erkennbar. Insgesamt war es trotz der Wind- und Hygienebedingungen eine gelungene Veranstaltung, auf welcher der SVPA in Berlin mit drei Booten und einem Schlepper eine gute Visitenkarte abgab.

Jürgen Bruder

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