Die Teenys sind los!

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Der Weg dahin: sie standen seit Jahren auf dem Hof - drei alte Teeny-Jollen. Es wurde zwar immer mal wieder damit gesegelt, aber so richtig wussten wir nichts damit anzufangen. Irgendwie wollte dann auch niemand damit rausfahren. Doch dieses Jahr fragten einige Kinder sehr beharrlich nach, ob sie nicht doch Teeny anstatt Opti im Training segeln dürften. Naja, gefragt - erlaubt und siehe da, es lief gut! Sobald wir im Training die drei Boote mal wieder zum Segeln anboten, waren sie immer besetzt und bei dem einen oder anderen gab es ein langes Gesicht, weil man nicht zu den „Auserwählten“ gehörte, die Teeny segeln durften.  Außerdem hatten wir Trainer den Eindruck, dass einige Kinder wirklich besser segelten, sowie konzentrierter und mit mehr Motivation dabei waren.

Kurz vor Beginn der Sommerferien wurde dann im Kreis der Trainer beraten, ob wir es nicht doch ernsthaft mit einer Zweihandklasse im Jüngstenbereich probieren sollten. Das positive Votum fiel einstimmig aus. Damit musste geklärt werden, in welcher Bootsklasse wir es probieren wollten. In Brandenburg ist die erste Bootsklasse, die einem da einfällt, natürlich der Cadet. Dann gibt es die RS-Feva und wenn man daran denkt, dass bei uns im Verein auch 29er gesegelt wird, eigentlich eine konsequente Vorbereitung.  Und dann gibt es eben noch den Teeny, ein Boot mit Trapez & Spi, dass bei unseren Nachbarn in Berlin große Trainingsgruppen und eine aktive Regattaszene besitzt.  Gute Gründe gibt es also für jeden der drei Kandidaten. Unsere Entscheidung zu Gunsten der Teeny fiel dann vor allem wegen der aktiven Klasse in Berlin – das ja gleich um die Ecke ist.

Gesagt – getan! Nun war aber klar, dass mit unseren drei „alten Damen“ kein rechter Start mehr zu machen war. Wir brauchten also Boote, eigentlich kein Problem: Rechner an, Suche starten, kaufen & fertig. So sind wir es gewohnt, aber leider funktioniert das nicht immer. Wir mussten lernen, dass Gebrauchtboote in der Klasse ein rares Gut sind. Aber hier zeigte sich dann, dass unsere Entscheidung für die Teenys eine gute war. In einer engagierten Klasse ist dann doch viel möglich und so konnten wir zwei gute Teenys von Berliner Vereinen kaufen. Dazu kam die Möglichkeit ein KV-Boot zu chartern. Dies lag zwar am Dümmer, aber auch das war kein Problem. Die Segler vom Dümmer nahmen es mit zur Regatta nach Malente und die Berliner haben es dort für eingesammelt und uns mitgebracht - super! An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Beteiligten! Parallel dazu haben wir hier aus den Teilen unserer drei alten Boote, zwei Boote soweit wieder aufbauen können, so dass wir jetzt fünf Teenys für den Start der Trainingsgruppe anbieten konnten!


Dienstag, 10.08.2021, Tag der Wahrheit – tja, nun war es soweit. Die Sommerferien sind vorbei und der reguläre Trainingsbetrieb ging wieder los. Und das sollte nun auch der Start für unsere Teeny-Trainingsgruppe werden. Und siehe da, gleich im ersten Anlauf wurden alle 5 Boote besetzt und auch zwei Tage später waren wieder alle Boote voll. Sicher ist es eine große Umstellung vom Opti auf den Teeny - plötzlich muss man sich mit jemand anderem auf dem Boot abstimmen, zwei (und manchmal drei Segel) müssen koordiniert werden und wozu sind eigentlich diese ganzen Strippen da, in denen man sich ständig verheddert? Aber am Ende schaut man doch in glückliche Gesichter!

Ausblick – Wir wissen natürlich nicht, wie sich unsere Teeny-Gruppe entwickeln wird, aber Stillstand ist oft der Anfang vom Ende. Wir probieren es einfach aus und unsere Jugend wird entscheiden, ob sie Lust hat, zukünftig auch in dieser Klasse aktiv zu sein. Auffällig war aber in jedem Fall, dass bei der Flaute am Donnerstag (vgl. Bilder) die sonst übliche Frage „wann dürfen wir wieder an Land?“ nicht gestellt wurde! Für uns Trainer ein großartiges Zeichen, dass wir hier vielleicht auf einem guten Weg sind.  ;o)

Andreas Voigt, Fotos: Christina August

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